
| TOP 3 Shows | Flop | Entdeckung | All Time Favorite Show |
Best Club | Worst Club | Best Restaurant | |
| Jürgen | 1. Pieta Brown 2. Old Crow Medicine Show 3. Adrienne Young |
Peter Case | Tim O'Reagan | Kris Kristofferson | Momo's | Soho Lounge | Whole Foods |
| Manfred | 1. Pieta Brown 2. Kris Kristofferson 3. Old Crow Medicine Show |
Peter Case | South Austin Jug Band | Scott Miller | Habana Calle | Soho Lounge | Whole Foods |
| Didi | 1. Two Gallants 2. James McMurtry 3. Trail Of Dead |
- | Arctic Monkeys | Garland Jeffreys | Parish | Soho Lounge | Whole Foods |
| Nepp | 1. James McMurtry 2. Romi Mayes 3. Allen's Oldie Band |
Merz | Romi Mayes | Resentments | Drink | Bar Austin | Hut's Burger |
| BeeGee | 1. James McMurtry 2. Calvin Russell 3. Ray Bonneville |
Chris Colepaugh | Two Gallants | Resentments | Parish | Eternal | Curras |
| Thomas | 1. Eliza Gilkyson 2. James McMurtry 3. Romi Mayes |
Chris Colepaugh | Ropmi Mayes | James McMurtry | Antone's | Eternal | Hut's Burger |
| Buffalo | 1. Kris Kristofferson 2. Guy Forsyth 3. Drive-By Truckers (Acoustic) |
Chris Colepaugh | Hayes Carll | Resentments | Bourbon Rocks | Bar Austin | Oasis |
| Doro | 1. Kris Kristofferson 2. South Austin Jug Band 3. Adrienne Young |
Peter Case | Willie Nile | Kris Kristofferson | Town Lake Stage | Soho Lounge | Whole Foods |
| Hinki | 1. James McMurtry 2. Pieta Brown 3. I See Hawks In LA |
Peter Case | Mudville Project | Tony Joe White | BD Rileys | Soho Lounge | Grillmist Gruene |
| Uwe | 1. Matt Mays & El Torpedo 2. James McMurtry 3. Tift Merritt |
Peter Case | Leeroy Stagger | James McMurtry | Hole In The Wall | EMC | Opal Divine |
| Wolfgang | 1. Tres Chicas 2. Marah 3. Neko Case |
IV Thieves | Moaners | Ryan Adams | Antone's | Blender Bar | Whole Foods |
| Volker | 1. Kris Kristofferson 2. James McMurtry 3. Little Willies |
Dayna Kurtz | Little Willies | Resentments | Parish | Speakeasy | Gueros |
| Edgar | 1. James McMurtry 2. Tift Merritt 3. Matt Mays & El Torpedo |
Peter Case | Wrinkle Neck Mules | Ryan Adams | Jovita's | Soho Lounge | Curras |

Noch nie in 10 Jahren SXSW bin ich um 12 Uhr so weggeblasen worden wie beim Auftritt von JAMES McMURTRY & THE HEARTLESS BASTARDS. Kraftvolle Gitarren, die er nach fast jedem Song wechselte. Es werden wohl 5 verschiedene gewesen sein, die er in den 45 Minuten spielte. Als Trio auf der Bühne, klang das Ganze dank seiner unglaublichen Fingerfertigkeit wie ein Quartett mit 2 E-Gitarren. Das hatte Druck ohnegleichen, tolle Songs, klasse Gitarrensoli - grandios. Er machte Werbung für sein neues Live-Album, das übrigens auch wir in unserem Mailordershop anbieten. Wer hören will, wie Gitarrenrock heute klingen muss, der sollte sich dieses Teil zulegen. Wir jedenfalls waren total begeistert - wenn der Tag so beginnt, was kann da noch kommen? Es kam noch einiges, das sei schon jetzt gesagt.
Heinz Geissler, Alejandro Escovedos Manager, hat in den letzten Monaten ein Projekt gestartet, das seinesgleichen sucht. In den ganzen USA telefonierte er herum, um Musiker zu finden, die einen Beitrag für ein Album leisten, das Escovedo, der an Hepatitis C leidet, aber nicht krankenversichert ist, finanziell helfen soll. Und die Reaktionen sind unglaublich: Zugesagt bzw. bereits einen Song "abgeliefert" haben John Cale, Caitlin Cary, Cowboy Junkies, Ian Hunter, The Jayhawks, Ian McLagan, Jennifer Warnes, Whiskeytown, Calexico, Peter Case, Jay Farrar oder Lucinda Williams, um nur einige zu nennen.
Für diesen Samstagnachmittag hat er eine kleine Party im "Las Manitas" organisiert, um das Tribute-Album, das am 13. Juli erscheinen wird, zu feiern. Neben zahlreichen Musikern wie John Cale, Chris Stamey, Rosie Flores, den Los Lonely Boys (die derzeit bei weitem angesagteste Band in Austin und um Austin herum - haben bei den Austin Music Awards vor ein paar Tagen die wichtigsten Preise abgesahnt wie "Band of the Year", "Album of the Year", "Song of the Year" oder "Best Rock Act"), Jon Langford und Sally Timms ließen sich auch Legenden wie Kris Kristofferson und Joan Baez (auf unserem Foto zusammen mit Stephen Bruton) nicht nehmen, für das Album Werbung zu machen.
Es ging direkt weiter mit den Abend-Showcases. Dualtone Records hatte für seine Acts das "Hole in the Wall" gebucht, und JEFF BLACK durfte den Abend eröffnen. Leider mit fast halbstündiger Verspätung, was erstens an seiner Zeit gekappt wurde und zweitens auch ich mit meinem Zeitplan durcheinander kam. Natürlich blieb ich bis zum Schluß und hörte mir die eindringlichen Songs, nur von der akustischen Gitarre begleitet, an. Für uns spielte er das Stück "Rain" aus dem Album Honey And Salt, hier als Video vorliegend.
Mit dem Auto zurück in die Innenstadt. Beim Hotel geparkt und ohne Pause weiter zu den HONEYDOGS im "Cedar Creek Courtyard". Gingen die ersten Alben der Band noch voll in die Richtung Jayhawks, so waren sie live nicht mehr wiederzuerkennen. Keyboardlastig bis zum Geht nicht mehr mit poppigen, belanglosen Songs sind sie heute - eine große Enttäuschng. Abgehakt - weiter zum "Mother Egan's Irish Pub", erst mal ein gutes Guinness geordert und auf JEFF KLEIN gewartet. Der spielte dann auch 30 Minuten lang - 10 Minuten weniger als ihm zustanden - einen knackigen Rock im Stile von Matthew Ryan oder Ryan Adams, und auch visuell erinnerte er nicht wenig an den letztgenannten.
Wiederum über die Straße ins "Opal Divine", wo die Nacht ausklingen sollte. Es war kurz vor Mitternacht, und die DAMNATIONS waren die nächsten auf der Liste. Der Stil dieser Band hat sich vom Alt. Country doch etwas mehr in Pop-Richtung verschoben, mehr Keyboards wurden zum Sound hinzugefügt, was sich aber in diesem Fall nicht negativ auswirkte. Immer noch eine interessante Band, die zur Zeit an einem neuem Album arbeitet, wie mir Sängerin Deborah nach dem Auftritt verriet.
Könnte der Tag besser enden als mit einem Auftritt der BOTTLE ROCKETS? Das Quartett aus Festus, Missouri legte kurz nach 1 Uhr mit Volldampf los und spielte sich durch ihre bisher erschienenen Alben, wobei Songs wie "1000 Dollar Car", "Kit Kat Clock" oder vor allem "Indianapolis" das volle Zelt in eine super Stimmung versetzten. Die neben den Klassikern eingestreuten Songs vom neuen Album "Blue Sky" kommen live übrigens bei weitem besser rüber als auf Konserve. Nach einer knappen Stunde war Schluss, und traurig, eine so granatenstarke Band nicht mehr auf dem Label zu haben, ging es zurück ins Hotel. Die strapazierten Füße bekamen ihre wohlverdiente Ruhe.
Doch ich schweife vom Thema ab. Musikalisch war der heutige Samstag ziemlich gespickt mit guten Sachen, die man alle gar nicht mitnehmen kann. Am frühen Nachmittag fuhr ich zur 17. Straße hinauf zum einem Irish Pub, wo ich noch nie zuvor war: "Dog and Duck" heißt er und hat auch ein abwechslungsreches Nachmittagsprogramm zusammengestellt. SUSAN COWSILL spielte mit ihrer Band ca. 30 Minuten und kam bei dem zahlreich erschienenen Publikum super an. Den Titelsong ihres Albums haben wir als Video mitgeschnitten.
Der Abend begann um 19 Uhr im "Oslo", einer Bar, direkt schräg gegenüber vom Hotel. Das US-Management von CINDY BULLENS hatte zu einem Nicht-SXSW-Showcase geladen. Cindy hatte als "Verstärkung" einen jungen Bassisten sowie ihre Tochter Reed dabei und stellte ausschießlich Songs aus ihrem im Mai erscheinenden Album Dream #29 vor. Ich habe einige Songs videotechnisch mitgeschnitten und online gestellt: "Box Of Broken Hearts", "Oriental Silk", "Jellico Highway" und "Dream #29".
Kurz vor 8 weiter zu "Momos", wo eine "kanadische" Nacht angesagt war. Der Laden für die Uhrzeit überraschend voll, APOSTLE OF HUSTLE hatten bereits begonnen. War allerdings überhaupt nicht mein Fall, komische Songaufbauten, keine erkennbaren Melodien, Hooklines oder griffige Gitarrenparts. Die Leute schienen aber wohl hauptsächlich wegen dieser Band gekommen zu sein (Gitarrist Andrew Whiteman spielte früher in der angesagten Band Broken Social Scene), nach Ende des Auftritts verließen die meisten Besucher den Club. Auch gut, so konnte ich mich nach vorne in die erste Reihe stellen. Auf MATT MAYS & EL TORPEDO aus Dartmouth war ich gespannt, von denen hatte ich mal eine CD mit 4 Songs erhalten, die sehr gut waren. Live waren sie mit Sicherheit die bisher lauteste Band bei SXSW und gehören sicher in die TOP 5 meiner lautesten Konzerte überhaupt. Das verminderte das Hörvergnügen doch etwas, die Songs waren nämich ohne Ausnahme hervorragend. Dicke Gitarrenwände (teilweise 3 E-Gitarren), 4-stimmiger Gesang und mit Matt Mays ein perfekter Frontmann. Das war Georgia Satellites-meets-Rich Hopkins-meets-Driveway - laut aber gut.
Zurück auf die 6. Straße in die "Soho Lounge" zu den GRIP WEEDS. Von denen war mir schon vor x Jahren eine CD angeboten worden, die ich aus irgtendwelchen Gründen dann doch nicht gemacht habe. Die Band gibt es also immer noch und macht wie damals auf 60s Pop Rock und klingt teilweise wie die Byrds, nur härter und "zeitgemäßiger". Beispielhaft für den gelungenen Auftritt: als letzten Song spielten sie "Shakin' All Over" und kopierten den Song originalgetreu von The Who auf deren Live At Leeds-Album.
Danach schräg gegenüber ins "B.D. Riley's", einem eigentlich ganz guten Pub, wenn nur die Bühne nicht wäre, die von einem Holzgeländer umrandet wird und die Band eingepfercht spielen muss und sich kaum bewegen kann. Es spielten SAN SABA COUNTY - keine Ahnung, wer das ist. Wollte eigentlich nur mal kurz reinschauen und blieb dann hängen, da bereits 3/4 von Slobberbone da waren sowie Mitglieder von TWO COW GARAGE. BRENT BEST von Slobberbone (die sich jetzt endgültig aufgellöst haben) erzählte von seinen Projekten, die viel versprechen lassen. Was sein großartiger Auftritt um Mitternacht nachhaltig bestätigte. Er wurde von einer 4-köpfigen Band unterstützt, darunter seine Ex-Kollegen Jess Barr an der Gitarre sowie Tony Harper an den Drums. Brent stellte ausschließlich neue Songs vor, und wer bisher traurig ob der Auflösung von Slobberbone war, den kann ich beruhigen: der Mann ist noch nicht am Ende seines Weges angekommen. Der Sound ist nicht mehr so Cowpunk-lastig wie bei Slobberbone, die Songs sind melodischer, weicher und werden durch den Einsatz von Keyboards zusätzlich in ein neues Arrangement verpackt. Absolut gelungen, nachdem die Band vorher nur dreimal geprobt hatte.
Der musikalische Teil des Tages begann erst um 18 Uhr mit dem Auftritt von ALEJANDRO ESCOVEDO bei den Auditorium Shores", einer riesigen Wiese direkt am Fluss gelegen. Es geht ihm gesundheitlich nicht schlecht, wie mir sein Manager Heinz Geissler sagte. Er sieht auch richtig gut aus, wobei eine Hepatitis C-Behandlung nicht von heute auf morgen abgehakt werden kann. Für den Auftritt hat er mächtige Geschütze aufgefahren - 9 Musiker standen auf der Bühne, darunter JON DEE GRAHAM und MARK ANDES (Spirit, Firefall), den einige von euch auch von der Iain Matthews-Tour von 1999 (?) kennen. Keyboards, zwei Chello, Geige, Drums, E-Gitarre, Lap Steel, Bass sowie Alejandro abwechselnd akustisch und elektrisch - Wall of Sound schlechthin, die Setliste eine Mischung aus Escovedos langer Karriere. Sogar einen True Believers-Song ("Losing Your Touch") ließ er nicht aus - klar, wenn sein ehemaliger Bandkollege Jon Dee Graham mit auf der Bühne stand. Für die ersten beiden Songs kam auch noch JOHN CALE auf die Bühne. Überraschung gelungen!
Für 20 Uhr war IAN HUNTER angekündigt, den ich allerdings nicht mehr mitbekam, denn ich musste einen weiten Fußmarsch ins "Tambaleo" zurücklegen, wo ich den kompletten Abend verbringen wollte. Das "No Depression"-Magazin hatte dort seinen Showcase, und das Line-Up konnte sich mehr als sehen lassen. Punkt 20 Uhr begann JIM BRYSON aus Kanada. Perfekter Start in einem langen Abend, wiederum 100% Blue Rose-tauglicher Gitarrenrock mit klasse Songs. Sofort hinterher einen Kontakt hergestellt. Wer bei der letzten Oh Susanna-Tour war, der kennt den Singer/Songwriter bereits. Da werde ich mal dran bleiben. Ganz großartig.
Dann wurde der Club rappelvoll. ROBBIE FULKS war als nächster dran. Ziemlich country-lastig war der Auftritt des langen Kerls, aber das gefällt ja vielen Amerikanern... Mir nicht allzu sehr, und auch die nächste Band auf der Liste, CAITLIN CARY & THOD COCKRELL, schlug in die gleiche Kerbe. Schade auch, dass die Bühne so niedrig war, so dass nur die vorderen Reihen etwas von den Musikern sahen, der Rest musste sich mit der Musik zufrieden geben. Ging das bei Robbie Fulks noch gut, so konnte man sowohl von CARY als auch COCKRELL nur noch die Haarspitzen erkennen.
Jim Bryson betrat um 23 Uhr zum zweiten Mal die Bühne, wenn auch "nur" als Keyboardspieler in der Band von KATHLEEN EDWARDS, ebenfalls Kanadierin. Sie ist ja derzeit der Geheimtipp schlechthin und wird sehr hoch gehandelt. Was berechtigt ist - tolle Songs, mächtige Power, kräftiger Gitarrenrock und wesentlich härter rübergebracht als von Sheryl Crow und Konsorten. Die sympathische Songwriterin wird ja derzeit in unserer Mailorder-Abteilung mit ihren beiden CDs Back To Me und Failer besonders herausgestellt, und ich kann jedem nur empfehlen, die Kanadierin anzutesten. Garantiert kein Fehlkauf!
JON DEE GRAHAM mit seiner Band (Michael Hartwick - Gitarre, George Reiff - Bass und John Chipman - Drums) begannen kurz nach Mitternacht und legten einmal mehr einen tierischen Set hin, wobei mir auffiel, dass ich Jon Dee niemals zuvor ohne Hut spielen gesehen hatte. Dafür aber im schwarzen Anzug, den er aus Zeitmangel nach dem Escovedo-Auftritt wohl nicht mehr wechseln konnte. So ist es halt in Austin, wenn man ein gefragter Musiker ist.
Danach ein weiterer alter Bekannter - STEPHEN BRUTON. Von ihm erscheint im Juni der Nachfolger zu Spirit World, und die neuen Songs, die er präsentierte, lassen ein weiteres großartiges Album versprechen. Zwei davon sind als Videos zu sehen (Video 1/Video 2).
Und Steve gab dem begeisterten Publikum, was es hören wollte: Songs aus den beiden letzten Alben Here Come The Miracles und Static Transmission, dazwischen eingestreut Dream Syndicate-Songs wie "Burn" oder "That's What You Always Say". Gitarrist Jason Victor spielte sich dermaßen in Rage, dass ich ihm nach dem Auftritt empfahl, doch etwas vorsichtiger zu sein, wenn er keinen Herzanfall riskieren wolle. Als Zugabe "The Days Of Wine And Roses", bei dem der proppenvolle Laden endgültig ausrastete. Was für ein fulminanter Auftritt! Besser geht's einfach nicht. Oder doch? Bei Steve und dieser Band ist alles möglich...
Einen so richtig guten Plan hatte ich für diesen Abend eigentlich nicht. Also die beste Gelegenheit, einmal auf "Entdeckungsreise" zu gehen, genügend mir unbekannte Künstler gab es ja zuhauf. Also erstmal den ellenlangen Weg vom Hotel ins "Crowne Plaza Hotel" zurückgelegt und dort angekommen in den 18. Stock gefahren. KIM TAYLOR aus Cincinnati und ihre Band hatten bereits begonnen, aber das, was die Dame präsentierte, konnte mich gar nicht begeistern. Zu ruhig, zu langweilig kamen ihre Songs rüber. Allerdings muss man ihr zugute halten, dass es sicher keine Band schaffen wird, bei der Ambiete (Sitzreihen, Totenstille, nur wenige Besucher anwesend, die nach jedem Stück artig Applaus gaben) eine echte Stimmung zu erzeugen. Nach 15 Minuten bin ich aufgestanden und gegangen.
Anschließend folgten MILTON MAPES (Bild rechts), ein Quintett aus Austin, das bereits vor 2 Jahren mit dem Album Westernaire aufhorchen ließ und soeben mit The Blacklight Trap ein neues Album veröffentlicht hat. Auch hier möchte ich "Chill Music" zitieren: "...wie ein gewaltiges, in epischer Breite angelegtes und in Musik transformiertes Südwestdrama mit einzelnen Kapiteln, die zwar auch separat für sich funktionieren, aber diesen sagenhaft nachhaltigen Eindruck erst in der Gesamtbetrachtung erzielen." Ein extremer Breitwandsound mit zum Teil 3 E-Gitarren erinnerte mich hier und da an die guten alten Rain Parade - gelungener Auftritt.
Bereits zum zehnten Mal veranstalten Walter Salas-Humara (von den Silos) und Michael Hall den "Swollen Circus", bis auf eine Ausnahme im Club "Hole In The Wall". Der "Swollen Circus" ist nichts anderes als ein Abend voller Musik, wo sich innerhalb von 5 Stunden die Künstler im 3 Song-Takt abwechseln. Es ist unglaublich und für Neulinge immer wieder faszinierend, wie schnell die eine Band nach ihrem Auftritt von der Bühne verschwindet und ihre Instrumente einsammelt und auch gleich die nächste die Bühne betritt. Die nicht besonders groß ist.
eine adrette Singer/Songwriterin aus Milwaukee, Wisconsin, die Bass spielte und von einer kompletten Band begleitet wurde. Ebenfalls guter, schnörkelloser Rock. Dann wurde es richtig anders, was bei dem Bandnamen eigentlich auch zu erwarten war: SPOTTISWOODE & HIS ENEMIES machten - ja was eigentlich?
Sieben Mann (äh, 6 Mann und 1 Frau) zwängten sich auf die kleine Bühne. Meine Vorahnung bestätigte sich, als ich die Instrumente der rechts stehenden Musiker sah: Saxophon und Trompete. Das war keine Rockmusik, das war schon eher Rockoper-mäßig, wobei der Sänger ein absoluter Frontmann ist, sich allerdings etwas zu sehr selbst darstellen wollte, obwohl die vertrackten Songs richtig gut waren.
Wenn nur nicht die Bläser gewesen wären. Teilweise erinnerte mich das an "Tommy" von den Who, als Tommy in das Holiday Camp eingezogen ist. Na ja, oder so ähnlich.
So, da bin ich wieder. Sind bereits wieder 8 Stunden vergangen, und der Nachmittag war durchweg gelungen. Doch zunächst muss ich nochmals rückblenden zum "Hole In The Wall"-Event. Wo waren wir stehengeblieben? STEVE WYNN, richtig. Man sieht ihm an, wie hungrig er ist, nach einer für ihn ungewöhnlich langen Pause endlich wieder loslegen zu können. Wie ein Raubtier, das endlich aus dem Käfig entspringen kann. Und der Abend gehörte zweifellos ihm - die Band legte los mit "Death Valley Rain" und ging mit einer tierischen Version von "The Days Of Wine And Roses" auch schon wieder von der Bühne. Sollte allerdings nichts das letzte Mal gewesen sein, dass Steve Wynn einen Showcase hatte. Dazu später mehr.
Was mir in Erinnerung blieb waren die beiden Worte, die er in jedem Satz mindestens zweimal fallen ließ, und zwar "fucking" und "asshole". Und dennoch - der Auftritt war sehenswert. Er an der Akustischen, eine Dame an den Keyboards und ein Bassist. Und überrumpelte Michael Hall, indem er einen 4. Song spielte. Kann sich wohl nur ein Stan Ridgway erlauben. Anschließend LAST TRAIN HOME, von denen ich nur am Rande etwas mitbekommen habe, da ich in Gespräche mit Steve Wynn und seiner Band vertieft war. Klang aber richtig gut. Als Abschluss HIGH STRUNG, die zwanzig vor 2 die Bühne betraten und schon allein durch ihr Outfit auffielen: Weiße Overalls mit Sternen sowohl an den Hemdärmeln als auch an den Hosenbeinen. Musik eine Punk-Pop-Rock-Mischung, die ich spontan als "Rubettes auf Speed" einstufte. Nicht mein Ding, dafür durften sie auch 5 Songs spielen. Bei 2:30-Minuten-Stücken war der Set dennoch nicht länger als bei den anderen Bands.